
Nach den Anstrengungen unseres Treks durch die Berge wollten wir nun etwas entspannen. Pokhara, die vielleicht schönste Stadt Nepals sollte uns dazu 5 Tage lang zum entdecken und erkunden einladen.
Nach einer elendig langen Busfahrt erreichten wir Pokhara abgekämpft und erschöpft. Immerhin fanden wir unser Hotel fast auf Anhieb und die netten Gastgeber zeigten uns ein schönes, geräumiges Zimmer. Uns hat es sofort gefallen und wir bereiteten den Hotelier schon mal darauf vor, dass wir nach unserer Trekkingtour hier gern wieder einchecken würden. Dieser Deal ermöglichte uns auch, einen großen Teil unseres Gepäcks in einem Abstellraum des Hotels zu lagern, so dass Eva und ich am nächsten Morgen jeweils mit leichten 7 kg auf dem Buckel in unser Bergabenteuer starteten. Unser Guide Arjun (gespr.: Arßun) holte uns mit dem Taxi direkt vom Hotel ab und los ging die knapp 2 stündige Fahrt nach Nayapul, dem Startpunkt unserer Route.
Bei der Ankunft am Flughafen in Kathmandu mussten wir uns erstmal wieder daran gewöhnen, dass hier die Uhren anders ticken. Sowohl im wörtlichen (Nepal hat eine wilde Zeitzone von GMT+5:45) als auch im übertragenen Sinne: Der Bearbeiter bei der Beantragung unseres Visa-On-Arrival machte doch tatsächlich einen Witz. Ein Beamter der einen Witz machten konnte, das mussten wir nach knapp 4 Wochen China erstmal verarbeiten. Als dann auch noch auf dem kompletten Flughafen für ein paar Sekunden der Strom ausfiel und die Ankunftshalle in Dunkelheit tauchte, gab es fröhliches Geplapper und einen Beifallssturm als das Licht wieder anging. Jup, hier mögen wir es.
Unsere Häschentasche hatten wir nun schon mal, also blieb noch etwas Zeit Kunming zu erkunden. In der Stadt angekommen fuhren wir ganz entspannt Richtung Flughafen, da ich das Hotel natürlich in dessen Nähe buchte. Der Plan war also ziemlich gut ... aber Pläne ändern sich nun mal.
Ein verträumtes Fischerdorf, majestätische Karstlandschaft und ein märchenhaft mäandernder Fluss. Das alles versprach uns der Süden von Guilin. Wir freuten uns auf Ruhe, Entspannung und ein paar relaxte Tage. Die Versprechen wurden nur teilweise erfüllt. Und dann auch nur, als wir uns mal wieder auf eigene Faust durchschlagen wollten. Aber beginnen wir erstmal mit dem "verträumten Fischerdorf" ...
Die Stadt Guilin wurde für uns eigentlich nur zur Durchgangsstation, da wir sowohl die Reisterrassen im nördlichen Umland als auch die Region um den Li River im Süden erleben wollten. Somit blieb uns in Guilin nur ein Abend zu Beginn und ein kompletter Tag am Ende unseres Aufenthalts. Dass die Stadt es definitiv Wert gewesen wäre länger zu bleiben hatten wir so nicht geahnt. Aber unsere Zugtickets waren bereits gebucht und auch der Weiterflug nach Nepal stand zeitlich fest.
Die beiden Nationalparks Huangshan und Zhangjiajie streiten darum, welcher denn nun tatsächlich für den Avatar-Film Pate stand. Laut Regisseur James Cameron sind es eigentlich die gelben Huangshan-Berge, aber ganz offiziell benennt Zhangjiajie einfach seine Berge so. Wir wollten nun prüfen, wer in unserem Ranking vorn liegen wird.
Nach den Städtetrips Peking und Shanghai wollten wir nun endlich Natur. Der Nationalpark Huangshan sollte dafür bestens geeignet sein, liegt er doch nur ein paar Stunden von Shanghai entfernt.
Erst in Peking begannen wir unsere weitere Planung für China. Mit knapp über drei Wochen hatten wir zwar viel Zeit, aber es sind auch unheimlich große Entfernungen zu überbrücken. Etwas angefixt vom Zugfahren wollten wir unbedingt dieses Land ohne Flugzeug bereisen. Über die App "China Train Booking" konnten wir zwar die Tickets online kaufen, mussten diese aber immer noch am Bahnhof abholen. Dankenswerterweise stellt einem die App auch gleich den passenden "Abholsatz" auf chinesisch zur Verfügung. Ich klatschte also der Servicedame das Handy an die Scheibe und erhielt tatsächlich unsere ersten Tickets. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, ob das überhaupt funktioniert oder wir hier gerade einige Dollar zum Fenster rausgeschmissen hatten.
Die Tonkriegerarmee von Xi'an ließen wir aus Zeitgründen bewusst aus, und entschieden uns für eine sinnvollere Route. Da uns Peking wider Erwarten sehr gefallen hat wollten wir der nächsten Metropole auch eine Chance geben. Nächstes Ziel auf unserer Reise: Shanghai.
Es ist gar nicht so leicht einen halbwegs aktuellen Blog zu schreiben. China war uns in dieser Hinsicht nicht gerade wohlgesonnen. Die Internetzensur haben wir mit einem VPN noch halbwegs ertragbar gestalten können, aber das extrem lahme WIFI (sofern wir mal welches hatten) killte unsere Online-Ambitionen. Nun lieg ich hier, in einem winzigen, grünen Hostelzimmer in Kathmandu, hatte soeben einen coolen Abend mit Live-Musik, zwei Bier (ja, mittlerweile hauen mich bereits zwei Bier vom Hocker) und einem super Guide und vollende die Berichte über China. Eva mutzt bereits nach ihrem Cuba Libra tief und fest neben mir.
Peking sollte also nun das Ende unserer Transsib-Erfahrung und der Anfang einer dreiwöchigen Rundreise durch dieses riesige Land werden. Wir sind Hin- und Hergerissen von diesem Fleckchen Erde.









