Die grobe Reiseroute war nun also gesetzt und wir wollten keine Zeit verlieren. Auf unserem Weg nach Mandalay sollten die Orte Bago, Naypyidaw und der Inle-Lake abgeklappert werden. Um jeden Tag auch ordentlich zu nutzen planten die Damen der Reisegruppe Weise-Quauck eine wilde touristische Odyssey für die ersten beiden Ziele. Von Yangon startete sehr früh am Morgen eine kurze Busfahrt und wir wurden noch am Vormittag auf einer staubigen Piste in Bago ausgesetzt.

Dort angekommen, griff uns direkt ein Tuk-Tuk-Fahrer ab und bot uns an 9 Sehenswürdigkeiten der Stadt abzufahren. Nun muss man sagen, dass wir bei diesem Angebot erstmal eine gepflegte deutsche Skepsis an den Tag legten. Da aber der Preis mit umgerechnet knapp 18€ für uns komplett fair schien und zudem auch noch erst nach der Tour bezahlt werden sollte gingen wir auf seinen Vorschlag ein. Schon mal vorweg genommen: Es hat sich definitiv gelohnt. Im weiteren Verlauf unserer Reise sind wir viel unbedarfter geworden was solche Angebote angeht. Klar, die Leute wollen mit uns Geld verdienen. Das heißt aber nicht, dass man auch immer gleich abgezockt wird.

Befördert wurden wir in einer Art Tuk-Tuk-Pritschenwagen: Das war genauso bequem wie es klingt, machte aber Spaß. Bevor unser Sightseeing-Marathon nun startete, ging es erst einmal ins Hotel, das wir aber nur zum Abstellen unseres Gepäcks und anschließender Körperpflege für schmalen Taler gemietet hatten. Noch am selben Abend sollte ja unsere Reise mit dem Bus direkt nach Naypyidaw weitergehen. Diese touristische Meisterleistung sparte uns eine Übernachtung und füllte unseren Tag in Bago nahezu komplett aus.

Bago hat, für seine Größe, eine Unzahl von Pagoden, Tempeln und Buddhastatuen zu bieten. Stehende, sitzende, liegende Buddhas; reich verzierte Buddhafüße; rosa Elefanten; und eine lebende (schlafende) Python, die mit Geldscheinen zugepflastert wurde. Das waren die Highlights unseres Powertouristing (die Schlange haben zumindest 2 von 3 Teilnehmern der Reisegruppe gesehen wink)

Noch selbst kaum richtig wach, wohnten wir direkt zu Beginn der Tour einem berühmten Bettelgang der Mönche bei. Dies war für uns ein eher befremdliches Erlebnis, da einige Touristen den Mönchen ihre Handykameras fast in die Nase steckten. Dazu muss man anmerken, dass Spenden für die Mönche und die Bevölkerung zum Alltag gehören ... der Buddhist kann damit auf einfache Weise sein Karma verbessern. Funfact: als sich die burmesischen Mönche in der Vergangenheit weigerten Spenden vom herrschenden Militärregime anzunehmen "importierte" dieses kurzerhand thailändische Mönche als Spendenabnehmer – verrückte Welt.

(Die Mönche kommen - wer findet Sie in dem Meer von Touristen?)

Zugegeben: nach Station 6 von 9 war bei mir der Ofen aus und ich freute mich mehr auf den weichen Bussitz als auf den nächsten Buddhaschädel. Unserer persönlicher Tuk-Tuk-Fahrer lieferte uns für eine kurze Verschnaufpause in unserem Teilzeithotel ab und brachte uns später sogar noch zur Bushaltestelle. Ein ereignisreicher aber auch anstrengender Tag ging somit im Nachtbus nach Naypyidaw zu Ende.

 

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